Gerade die Städte, die nicht im Konzert der Metropolen mitspielen, ja, das scheinbar glücklicherweise auch nicht müssen, genießen bei den Kunst- und Kulturthemen einen großen Freiraum. Ob Braunschweig mit seinen Lichtparcours oder die Turrell-Ausstellung im benachbarten Wolfsburg, immer öfter zeigt sich die vermeintliche Provinz kreativer, experimentierfreudiger und ebenso konsequent wie pragmatisch in der Realisierung von Projekten, als es den selbsternannten Kulturhochburgen gelingt.

Aktuell erwarten die seit 2002 in Lüdenscheid realisierten Lichtrouten ihre Besucher. Dabei verblüffen sie mit einer Vielfalt, die weit mehr umfasst, als das in jüngster Vergangenheit technisch machbar gewordene. Lüdenscheid versteht sich damit als internationales Forum zu Licht in Kunst und Design, in dem sowohl permanente Installationen wie auch temporäre Aktionen zu sehen sind. Zu ersterem werden international anerkannte Künstler eingeladen, ortsbezogene Arbeiten in der Stadt zu realisieren, die dann Teil des Stadtbildes werden. Lichtbasierte Kunst soll dadurch in langfristigen „Wechselausstellungen“ einen festen Raum im Stadtbild erhalten.

Mir Respekt schauen wir auf solche inhalts- wie aufmerksamkeitsstarken Projekte, die mit relativ kleinen Budgets, hohem Engagement und vor allem mit großer Begeisterung verwirklicht und aufgenommen werden. Im Vergleich dazu nimmt sich die vergangene Woche initiierte Guerilla-Aktion mit Projektionen von Atmosphericals© im öffentlichen Hamburger Raum eher klein und ‘handgestrickt’ aus. Die dokumentierten Ergebnisse wirken jedoch vielversprechend und werden in Kürze hier zu sehen sein. Bis zum 3. Oktober bleibt zunächst Lüdenscheid.
Mehr zu den Lichtrouten auf der gleichnamigen Website – Copyright für alle Bilder ebenda
