Es gibt Menschen, für die ist die Showtreppe der Ort, an dem sie sich am wohlsten fühlen. Sie blühen dort förmlich auf und genießen es, sich zu zeigen und darzustellen. In der extremsten Form spricht man von der ‘Rampensau’ und diese duldet neben sich in erster Linie Stichwortgeber, Bewunderer und lebende Requisiten. Für die Moderation von Veranstaltungen und Podien ist diese Spezies selten gefragt. Zwar sind ein gesundes Maß an Extrovertiertheit und die Bereitschaft zur Wortführerschaft für diese Aufgabe durchaus von Bedeutung, wichtiger aber sind die Fähigkeit zur Beobachtung und Steuerung der Kommunikation. Vor allem Empathie, Aufmerksamkeit und gute Vorbereitung sind wichtige Faktoren für eine gute Moderation.
Medien und Showgeschäft liefern in Punkto Moderation keine guten Vorbilder. Selbstdarstellung, Polarisierung und ein je nach Format variierender Anteil an Chaos sind besonders im TV das Futter für die Quote. Wer aber andere Menschen ins Gespräch bringen will, darf nicht selbst am meisten reden und muss trotzdem lenkend präsent sein. An dieser Stelle ist Eitelkeit natürlich kein guter Berater, vielmehr ist der Moderator darin gefordert, auch mal über sich selbst lachen und sich zurückzunehmen zu können.
Alle, die jetzt Moderation für eine stocktrockene, technische, ja ‘verkopfte’ Angelegenheit halten, können beruhigt werden. Selbstverständlich sind Emotionen, Humor und Spannung das Salz in der Suppe und jede Veranstaltung braucht einen auf Anlass oder Thema abgestimmten Moderationsstil. Die ganze Bandbreite dessen, was an guter Moderation möglich und bei IDEAS abrufbar ist, wird zwischen der IDEAS-Netzwerkpartnerin Goldi Bettinger und dem Autor dieses Beitrags dokumentiert.
Nach dem Aufstehen kurz einen Kommentar zur Meldung eines Freundes auf Facebook abgeben, in der U-Bahn ein paar Tweets zu den aktuellsten Themen im Netz absetzen und im Büro dann das Handy-Video der Vorabendveranstaltung auf YouTube hochladen. Am Nachmittag Recherche für einen Musik-Act auf MySpace und schließlich auf Flickr nach Bildern für die Präsentation am nächsten Tag suchen. Zum Schluss noch kurz eine neue Statusmeldung auf dem XING-Profil. Am Abend vor dem TV dann der Gedanke, dass man mal wieder ein richtiges Gespräch führen, mal wieder etwas mit anderen gemeinsam machen sollte …
Was ist eigentlich sozial an den Social-Networks, die derzeit in aller Munde sind? Man hat ständig Kontakte mit FreundInnen, liest von und schreibt für Follower, präsentiert sich vor der gesamten Web-Gemeinde, gibt anderen ständig ein Bild von sich und seinem aktuellen Tun, aber der Anteil der IRL (Webish für in-real-life bzw. im-richtigen-Leben) -Kontakte ist im langsamen Sinkflug. Als vor mehr als einem Jahrzehnt Paulus Neef von Pixelpark die Vision einer webbasierten Kommunikationslandschaft auf einer Podiumsdiskussion äußerte, führte das zu Skepsis bei den meisten anderen Gästen. Read the rest of this entry »
Dezember 29, 2009 at 20:08 · Filed under Allgemein
Wenn eine Branche in diesem Jahr besonders gebeutelt wurde, dann unsere. Waren schon im Vorjahr die Bäume nicht in den Himmel gewachsen, wurde 2009 für viele ein Jahr der Herausforderung. Im Mai berichtete das Handelsblatt von einem Etatrückgang von 11,5 Prozent und im weiteren Verlauf wurde von einer ‘Bereinigung’ der deutschen Agenturlandschaft um 30% gemunkelt. Doch derart undifferenziert lässt sich die Lage nicht betrachten.
Dass das seit 2002 kontinuierlich anhaltende Wachstum bis auf weiteres garantiert ist, konnte niemand erwarten. Obendrein begegnete man vielerorts der Frage, ob sich nicht eine gewisse Selbstzufriedenheit eingestellt hat. ‘Höher, weiter, schneller und bunter’ lautete über die Jahre immer mehr die Devise und nicht wenige waren nachdenklich darüber geworden. Diese Stimmung drückt sich zuletzt darin aus, was man außerhalb des Businessalltags über die Branche hören und lesen konnte. Read the rest of this entry »
‘Das elementare Gestaltungsmittel des kalifornischen Künstlers James Turrell ist Licht. … Während das Licht auf nichts außerhalb seiner selbst verweist, treten Fläche, Farbe und Raum in ein Wechselspiel, das den Betrachter eintauchen läßt in eine geheimnisvolle, malerische Welt.’ Aktuell kann man das im Kunstmuseum Wolfsburg machen, wo James Turrell seine weltweit größte Installation, die je in einem Museum gezeigt wurde, präsentiert. Der Künstler, dessen kreatives Zentrum sich in der Wüste Arizonas befindet, hat im Rahmen von ‘The Wolfsburg Project’ auf 700 qm Lichträume geschaffen, deren Atmosphäre die Besucher einnimmt, ja aufsaugt.