Homers Schiff
Eventlocations sind in dem Moment keine mehr, in dem man sie als solche bezeichnet. Ganz anders verhält es sich mit Bauten, deren Zweck sich zufällig mit dem eines Kommunikationskonzepts trifft. Als unlängst Arte über eine neu erschienene DVD mit Jean Luc Godards ‘Die Verachtung’ mit Brigitte Bardot und Michel Piccoli berichtete, konnte man in den gezeigten Ausschnitten eine Location erkennen, die durch ihre Rolle im Film ein solches Zusammentreffen dokumentiert: die Villa Malaparte.

In den 90er Jahren lernte ich bei einem Aufenthalt auf Capri den Architekten Francesco della Femina kennen. Zuständig für die Denkmalpflege auf der Insel im Golf von Neapel erzählte er mir von der Villa Malaparte, die ich kurz zuvor das erste Mal in natura gesehen hatte. Ich erfuhr, dass der Zugang sehr restriktiv gehandhabt wird, obwohl das Haus lange Zeit durch viele Ereignisse mit internationalen Gästen bekannt war. So war es mir nicht vergönnt, die Villa von innen kennenzulernen, allerdings bereiteten die bildhaften Beschreibungen des Architekten den Boden für die bis heute bestehende Neugierde und Spannung in Verbindung mit dem spektakulären Gebäude.
Die auf einer Landzunge im Meer gebaute Villa lässt sich keinem Stil vollständig zuordnen. Einerseits glaubt man Bauhaus-Elemente zu erkennen, dann wiederum entdeckt man eine Verspieltheit, die absolut eigenständig daherkommt. Der Schriftsteller Curzio Malaparte hat sein Haus selbst entworfen und mit Unterstützung von Architekten realisiert. Nach seiner Urheberschaft befragt, soll er mitunter erzählt haben, das Haus so vorgefunden zu haben, aber die Gestaltung der Insel Capri und des Golfs von Neapel ginge auf seinen Entwurf zurück. Ähnlich witzig war er auch in Bezug auf seinen Nachlass, in dem er die Villa China vererbte, was einen bis heute nicht geklärten Rechtsstreit nach sich zog. Read the rest of this entry »
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