Wenn eine Branche in diesem Jahr besonders gebeutelt wurde, dann unsere. Waren schon im Vorjahr die Bäume nicht in den Himmel gewachsen, wurde 2009 für viele ein Jahr der Herausforderung. Im Mai berichtete das Handelsblatt von einem Etatrückgang von 11,5 Prozent und im weiteren Verlauf wurde von einer ‘Bereinigung’ der deutschen Agenturlandschaft um 30% gemunkelt. Doch derart undifferenziert lässt sich die Lage nicht betrachten.
Dass das seit 2002 kontinuierlich anhaltende Wachstum bis auf weiteres garantiert ist, konnte niemand erwarten. Obendrein begegnete man vielerorts der Frage, ob sich nicht eine gewisse Selbstzufriedenheit eingestellt hat. ‘Höher, weiter, schneller und bunter’ lautete über die Jahre immer mehr die Devise und nicht wenige waren nachdenklich darüber geworden. Diese Stimmung drückt sich zuletzt darin aus, was man außerhalb des Businessalltags über die Branche hören und lesen konnte.
Im August meldete sich Matthias Kindler im Interview der ‘Akquisa’ auf eine Weise zu Wort, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. So meinte er zum Wettbewerb mit dem klassischen Marketing ‘Eine Reichweite von 100.000 bedeutet doch nur, dass 100.00 Leser die Möglichkeit haben, meine Anzeige zu ignorieren.’ und zum Thema Nummer eins in der Krise ‘Entscheidend sind gute Ideen, die kann ich auf fast jeder Budgetstufe realisieren.’
Eine der bemerkenswertesten Neuerscheinungen am Eventhorizont 2009 ist der Karussellblog. Das Karussell bietet nämlich nicht den üblichen Ringelpietz, sondern zeigt neben interessanten und eindrucksvollen Realisierungen auch bislang viel zu selten gesehene Seiten der Branche. Wo sonst kann man Sätze wie diese lesen: ‘Was wir brauchen, sind Hoffnungen, Lösungen, Toleranz, eine völlig neue Schnittstelle zur Natur, gesellschaftliche Gerechtigkeit und vor allem bezahlbare, nachhaltige Energie für alle Teile unserer globalen Zivilisation. Und hier kommen wir – die Ereignismacher, Eventler, Designer, Zeit-, Raum- und Mediengestalter, Vermittler, Ritualstiftenden, Zukunftsmacher, Botschaftstransformer, Motivatoren, Kunstgelehrten und Künstler. … Wir haben Zugang zu allem Wissen, setzen das zum Wohle von Marken- und Erlebnisbotschaften ein.’
Das alles lässt hoffen und gibt der Binsenweisheit, die die Krise auch als Chance sieht, einen durchaus stabil wirkenden Unterbau. Hinzu kommt, dass nicht nur der europäischen Sponsoringbörse auffällt, dass die Zukunft der Eventorganisation in den Onlinemedien liegt. Auch wir haben uns entsprechend verbreitert und unseren Webauftritt wie auch die ’soziale Vernetzung’ ausgebaut. Auf ‘benachbartem Feld’ und ganz besonders zukunftsträchtig ist unser Projekt ‘Atmosphericals’. Das passt wie kein anderes in die Zeit, indem es auf aufwendige Bauten verzichtet und eine große Vielfalt an Inszenierungs- und Interaktionsmöglichkeiten bietet. So gesehen sind wir guten Mutes für 2010 und wünschen allen einen tollen Übergang ins neue Jahr.










