Bereits im Juni bot eine Sonntagsausgabe des Berliner Tagesspiegel einen Einblick in die Arbeit der Duftforscherin Sissel Tolaas. Die Nachrecherche ergab, dass es eine ganze Reihe mediale Spuren von der Künstlerin und promovierten Chemikerin gibt. Allerdings scheint sie in Bezug auf den persönlichen Auftritt eher altmodisch oder möglicherweise sogar schüchtern zu sein – eine Sissel Tolaas-Seite findet sich in den Weiten des Webs nirgendwo. Das ist insofern erstaunlich, als dass die Forscherin von der künftigen Nutzung noch viel persönlicherer ‘Daten’ in der Kommunikation überzeugt ist. Sie glaubt, dass im Labor nachgebaute und verbesserte Gerüche schon bald gezielt als Kommunikationsmittel und damit als Verführungsinstrument eingesetzt werden.

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Für eine Ausstellung baute Tolaas Gerüche synthetisch nach, ließ in hauchdünne Mikrokapseln aus Kunststoff Schweißaromen einschließen und mischte diese in Wandfarbe. Um den Duft freizusetzen, mussten die Ausstellungsbesucher an den mit der Farbe bemalten Kunstwerken und Wänden wie an Zeitschriftenparfumproben reiben, was zu erstaunlichen Reaktionen führte. Viele Emotionen werden stark vom Geruchssinn gesteuert, nicht zuletzt Liebe und Sexualität.

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Was die Arbeit von Sissel Tolaas für viel Formen der Live-Kommunikation bedeuten kann, lässt sich mit etwas Phantasie erahnen. Einen kleinen Eindruck davon vermitteln Aktionen, die die Duftkünstlerin aus purem Spaß unternimmt. So ging sie als Diva aufgemacht, im champagnerfarbenen Abendkleid auf eine Premierenfeier in der Staatsoper, gehüllt in eine unsichtbare Wolke aus Angstschweiß. „Die Frauen reagierten angewidert“, berichtet sie von diesem Ereignis „aber viele Männer fanden den Duft interessant.“
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonntag-Sonntag;art2566,2821594








